Fördersumme 2022

Die Fördersumme unserer Stiftung zugunsten der Forschenden der Universität Bern beträgt im Jahr 2022 insgesamt CHF 362’458.–. Weiter unten auf dieser Seite ist die Liste der bewilligten Gesuche – geordnet nach Fakultäten – einsehbar. Die Antragssumme belief sich auf total CHF 482’155.–, verteilt auf 42 Gesuche.

 

Die Förderbeiträge werden finanziert aus dem allgemeinen Betriebsfonds unserer Stiftung, der Zuwendung der IMG Stiftung, dem Beitrag aus dem BEKB Förderfonds, der Zuwendung für Nachwuchsforschende und dem Legat Schwemer. Die Stiftung hat aktuell die Möglichkeit, über insgesamt fünf Fördergefässe Beiträge an die Forschenden auszuschütten. Mehr Informationen dazu finden Sie hier. Der allgemeine Betriebsfonds finanziert sich durch den Ertrag der Wertschriften und Spenden von Privatpersonen, Stiftungen und Firmen, mehrheitlich aus dem Kanton Bern.

Jahresbericht 2021 – Annual Report 2021

Der Jahresbericht 2021 wurde an der Stiftungsratssitzung vom 28. Juni 2022 einstimmig genehmigt. Er kann hier heruntergeladen werden. Der Jahresbericht 2022 erscheint im Juli 2023.

 

The annual report 2021 has been approved by the board of the Foundation at its meeting of June 2028, 2022. It can be downloaded here (German). The annual report 2022 will be published in July 2023.

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«Postoperatives Sprachverständnis nach Cochlea-Implantation»

"Postoperatives Sprachverständnis nach Cochlea-Implantation"

Hintergrund

Ein Cochlea-Implantat (CI) ist eine etablierte und effektive elektronische Hörprothese, welche bei angeborener und erworbener Taubheit eingesetzt wird. Sie ermöglicht Sprache zu verstehen und in einigen Fällen sogar Musik zu hören.

Trotz vieler Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Cochlea-Implantate, gibt es präoperativ (vor der Implantation) noch immer keinen verlässlichen prognostischen Indikator, welcher den Nutzen eines geplanten Implantates abschätzen lässt. Während drei Viertel der implantierten Patienten vom Implantat deutlich profitieren, können die Erwartungen bezüglich Sprachverständnis bei einem Viertel nicht erreicht werden. Aufgrund fehlender prognostischer Parameter müssen sich Implantat-Kandidaten für den chirurgischen Eingriff entscheiden, ohne Gewissheit über das postoperative Resultat punkto Gehör zu haben. Es mehren sich die Hinweise, dass die unterschiedlichen Hörresultate nach Implantation auf Hirnveränderungen zurückzuführen sind. Die Reorganisation zentraler Hörbahnen beeinflusst dabei den zu erwartenden Nutzen eines CI massgeblich.

Forschungsprojekt

In unserem Forschungsprojekt «Postoperatives Sprachverständnis nach Cochlea-Implantation» möchten wir Hirnaktivierungsmuster bei CI-Kandidaten und -Trägern messen. Dazu wird die Technik der funktionellen Nahinfrarot-Spektroskopie (fNIRS) verwendet. Dabei wird nah-infrarotes Licht ins Schädelinnere gestrahlt und dadurch die Aktivierung der Hirnrinde dargestellt (Abbildung 1). Die Technologie bietet sich für die Aufzeichnung funktioneller Hirn-Netzwerke bei CI-Kandidaten und -Trägern geradezu an. Die Methode ist nicht-invasiv, kompatibel mit dem Implantate-Magneten, läuft geräuschlos und kann in jedem Alter (auch bei Kleinkindern) angewandt werden.

Ziel und Relevanz

Ziel unseres Forschungprojekts ist die Identifikation von prognostischen Indikatoren (Biomarkern), welche eine verlässliche Abschätzung des Nutzens eines geplanten Cochlea-Implantates erlauben. Die Identifizierung zuverlässiger Biomarker wird i) unser Verständnis für die prothetische Hörversorgung verbessern, ii) die Patientenauswahl für ein geplantes Implantat optimieren, iii) die präoperative Beratung von Implantat-Kandidaten vereinfachen, iv) die Bestimmung der Implantationsseite im Falle einer einseitigen Operation massgeblich mitbestimmen und v) die Überwachung der postoperativen Rehabilitation verbessern.

Unterstützung durch die UniBern Forschungsstiftung

Durch die Unterstützung der UniBern Forschungsstiftung konnten wir zwei fNIRS-Mess-Kappen erwerben, welche für die funktionellen Hirnmessungen verwendet werden (Abbildung 2) Die beiden Messkappen sind bereits in regem Gebrauch.

Forschungsteam Auditory Objective Measures

PD Dr. med. Stefan Weder arbeitet an Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten (HNO), Kopf- und Halschirurgie am Inselspital Bern und ist gleichzeitig Forschungs-Teamleiter «Auditory Objective Measures» am ARTORG Zentrum der Universität Bern. Sein Forschungsteam beschäftigt sich mit der Identifizierung objektiver Biomarker, welche die Integrität und Funktion des auditorischen Systems (vom Innenohr bis zur Hirnrinde) anzeigen. Zudem wird am Verständnis und der Optimierung von Hörergebnissen bei hörgeschädigten Patienten und CI-Trägern geforscht.

PD Dr. med. Stefan Weder

www.artorg.unibe.ch

www.hno.insel.ch

Abb. 1: Durch akustische Stimulationen mit einem sprachähnlichen Signal können unterschiedliche Hirnaktivierungsmuster gemessen werden. Ziel des Forschungsprojektes ist die Erfassung prognose-relevanter Muster (sogenannte Biomarker)
Abb. 2: Bei der funktionellen Nahinfrarot-Spektroskopie kann die Aktivierung der Hirnrinde auf akustische Stimuli gemessen werden.

Jahresbericht 2020 – Annual Report 2020

Der Jahresbericht 2020 wurde an der Stiftungsratssitzung vom 21. Juni 2021 genehmigt. Er steht hier zum Download bereit. Der Jahresbericht 2021 erscheint im Juli 2022.

The annual report 2020 can be downloaded here (German only). The annual report 2021 will be published in July 2022.

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«Anwendung spektroskopischer Methoden zur Analyse der räumlichen Verteilung von organischer Substanz und Nährstoffen in intakten Mikrostrukturen tropischer Böden»

Viele tropische Böden sind von geringen Nährstoffgehalten (z.B.: Phosphor, Stickstoff) und Humusgehalten (d.h. organischer Kohlenstoff) geprägt. Dies wirkt sich oftmals negativ auf die Bodenfruchtbarkeit aus. Amazonische Schwarzerde, auch als Terra Preta bekannt, ist dabei eine Ausnahmeerscheinung, weil sie als Produkt jahrhunderterlang menschlicher Bodenverbesserung von aussergewöhnlich hohen Nährstoff- und Kohlenstoff-gehalten geprägt ist. Dies macht Terra Preta zu einem interessanten Modellsystem um den Effekt menschlicher Aktivität auf Bodenprozesse zu verstehen, welche die Umwandlung organischen Kohlenstoffs in das klimaaktive Gas CO2 beeinflussen.

Im Rahmen eines Forschungsprojektes in der Gruppe für Bodenkunde am Geographischen Institut der Universität Bern wurden daher brasilianische Terra Preta Böden aus zwei unterschiedlichen Landnutzungen (Sekundärwald und Maniok Anbau) untersucht. In Kooperation mit dem Lehrstuhl für Bodenkunde an der Technischen Universität München wurde dabei ein besonderer Fokus auf die Ablagerung von isotopenmarkiertem Kohlenstoff (13C) an derselben Stelle mit anderen Nährstoffen in Mikrostrukturen des Bodens gelegt. Dies wurde erst durch die Anwendung von Nano Sekundärionen-Massenspektrometrie (NanoSIMS) möglich, welches Detailaufnahmen der flächenhaften Verteilung verschiedener Elemente und Isotope in intakten Bodenstrukturen erlaubt. Das ermöglichte es die Verteilung organischer Bodensubstanz, einiger Nährstoffe und des mikrobiell eingearbeiteten 13C auf der Mikroskala bei einer lateralen Auflösung von etwa 100 Nanometer zu erfassen. Dadurch können beispielsweise Rückschlüsse darauf gezogen werden, welche Bodeneigenschaften eine Stabilisierung von Kohlenstoff im Boden begünstigen oder wie die hohe Nährstoffverfügbarkeit der Terra Preta mit den hohen Kohlenstoffgehalten in Beziehung stehen.

Wir danken der UniBern Forschungsstifung für die finanzielle Unterstützung, welche die umfassende Analyse der Bodenproben erst ermöglichte.


Dr. Klaus Jarosch
Geographisches Institut
Gruppe für Bodenkunde

www.giub.unibe.ch

Alle Apparate, Software, Daten

Fördersumme 2021

Die Fördersumme unserer Stiftung zugunsten der Forschenden der Universität Bern beträgt im Jahr 2021 insgesamt CHF 329’316.–. Die Antragssumme belief sich auf total CHF 470’605.–, verteilt auf 41 Gesuche.

 

Die Förderbeiträge werden finanziert aus dem allgemeinen Betriebsfonds unserer Stiftung, der Zuwendung der IMG Stiftung, dem Beitrag aus dem BEKB Förderfonds, der Zuwendung der Stiftung Artisana, der Zuwendung für Nachwuchsforschende und dem Legat Schwemer. Die Stiftung hat aktuell die Möglichkeit, über insgesamt sechs Fördergefässe Beiträge an die Forschenden auszuschütten. Mehr Informationen dazu finden Sie hier. Der allgemeine Betriebsfonds finanziert sich durch den Ertrag der Wertschriften und Spenden von Privatpersonen, Stiftungen und Firmen, mehrheitlich aus dem Kanton Bern.

color density spectral array

«Specific effect of anaesthetic drugs on the cortical electroencephalographic activity.»

"Specific effect of anaesthetic drugs on the cortical electroencephalographic activity."

Our group is performing research on anaesthetic and antinociceptive processes in animals. We have a solid expertise for applied veterinary neurophysiology.

One of our current research focus is the investigation of the electroencephalographic (EEG) modulation from anaesthetics. Our aim is to characterize means of monitoring depression of consciousness (depth of anaesthesia) during general anaesthesia. Many studies have been performed in humans, and refinement of the methods is still ongoing. Recent developments include the evaluation of the color density spectral array from the frequency analysis of the EEG signal. Data in animals is very sparse.

A further output of our research is oriented towards a better understanding of mechanisms of unconsciousness during anaesthesia and compared physiology among animal species.

The present project is focusing on the modulation of the EEG activity by Propofol in pigs. Up-to-date equipment to capture and record the EEG in real-time was purchased including an experimental amplifier-recording unit (BioPac) and its software package (Acknowledge). The Berne University Research Foundation has awarded us a grant for 2/3 of the costs of the acquisition of the electroencephalographic (EEG) machine and the related software.

Electroencephalographic and electromyographic activity was collected in pigs receiving increasing dose of Propofol. Data were obtained from electrodes placed at the surface of the skin over the skull of the animal (frontal, temporal and caudal brain regions). Raw EEG data were processed to obtain power spectrum and a continuous time course of the density spectral array was evaluated, as well as other EEG-derived parameters (e.g. spectral edge frequencies, suppression ratio, frequency band ratios).

Specific patterns on the EEG signal could be investigated in relation to propofol administration and species-specific standardized anaesthetic signature observed and investigated.


Dr. med. Vet. Olivier Levionnois
Departement für Klinische Veterinärmedizin (DKV)
Klinische Anästhesie

anaesthesie.dkv.unibe.ch

Die Projektförderung wurde ermöglicht durch einen Beitrag des BEKB Förderfonds

 

Figure 1: Placement of surface electrodes on the pig before general anaesthesia. Fotos: J. Furrer / NMR group
Figure 2: eeg recording unit
Figure 3: real time eeg collection
Figure 4: Color density spectral array of one pig undergoing general anaesthesia. Changes in power (color-scale) of the frequency bands (0-4, 4-8, 8-12, 12-30 Hz) over time follow the effect of propofol. On the x-axis (time in seconds), measurement starts at 2000 in the awake pig. Propofol administration starts at approximately 3’000 seconds, increasing stepwise up to the highest dose at 10'000 seconds (strongest EEG depression). Afterwards the pig is left recovering spontaneously from anaesthesia until return to fully awake.
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«Anti-Nerve Growth Factor (NGF) treatment to treat chronic musculoskeletal pain in horses: a pilot study»

In der Abteilung für Anästhesiologie und Schmerztherapie untersuchen wir unter anderem neue therapeutische Ansätze gegen chronische Schmerzen und Lahmheit bei Pferden die unter Osteoarthritis leiden. Um den Erfolg einer analgestische Therapie in der Veterinärmedizin zu überprüfen, ist der Einsatz von objektiven Messmethoden besonders wichtig, da die Tiere ihr Unwohlsein nicht direkt kommunizieren können.

Dank dem Förderbeitrag der UniBern Forschungsstiftung konnten wir das TekScanTM Hoof System erwerben. Das System erlaubt eine quantitative Beurteilung des Lahmheitsgrades beim Pferd. Dabei werden Drucksensoren unter die Hufe befestigt (Bild 1) und das Pferd wird im Schritt und Trab vorgeführt. Die Daten werden zeitgleich auf den Computer übertragen (Bild 2) und können mit der TekScanTM Software ausgewertet werden.

Diese Messung erlaubt uns einen Vergleich zwischen der lahmen und gesunden Gliedmasse. In Bild 3 (links) nimmt das Pferd deutlich weniger Gewicht auf der rechten, lahmen Gliedmasse auf. Es herrscht ein grosser Druckunterschied zwischen rechts und links. Es ist zu erwarten, dass bei erfolgreicher Therapie die Schmerzen abnehmen und somit die Belastung auf der lahmen Gliedmasse zunimmt. Nebst dem Druck erlaubt das System die genaue Evaluation der Dauer der Belastung sowie die Positionierung des «Center of Force» während der Belastungsphase (Bild 3, rechts). Diese Parameter sind weitere wichtige Informationen für eine komplette Ganganalyse. Der grosse Vorteil dieses Systems gegenüber früheren Druckmessmethoden ist die Einsetzbarkeit im Feld, da die objektive Quantifizierung der Lahmheit im Stall stattfinden kann und keine spezielle Infrastruktur benötigt wird. Das TekScanTM Hoof System besitzt daher für die Veterinärmedizin das Potential einer objektiven Ergänzung bei der Lahmheitsuntersuchung und kann zusätzlich bei der Evaluation des Gangbildes und Optimierung des Beschlages in Zusammenarbeit mit dem Hufschmied dienen.

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Prof. Dr. Claudia Spadavecchia
Institut für Anästhesiologie und Schmerztherapie
Vetsuisse Fakultät

www.anaesthesie.dkv.unibe.ch

Bild 1: Das TekScan System am Pferd. Die Sensoren können entweder an den Vordergliedmassen (links) oder an den Hintergliedmassen (rechts) angebracht werden.

Bild 2: Das System im Einsatz in einem Stallgang (links) und im Freien (rechts). Die aufgezeichneten Daten werden zeitgleich auf den Computer übertragen.
Bild 3: Beispiele aus der Datenauswertung. Druckunterschied zwischen zwei Gliedmassen (oben) und Positionierung des Center of Force (unten).


Alle Apparate, Software, Daten