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Handling increased movement variance in complex tasks: Experimental studies in virtual reality

Handling increased movement variance in complex tasks: Experimental studies in virtual reality

From grasping your cup of coffee to cycling through busy traffic, everyday actions require precise and well-coordinated movements. Yet human movement is inherently variable. Because of neuromotor noise, we can never reproduce a movement exactly the same way twice (Faisal et al., 2008). Under certain conditions — such as fatigue or motor disorders — this movement variance increases substantially.

In our research, we investigate the functional mechanisms and strategies that allow humans to handle movement variance. To experimentally test these mechanisms, we developed a virtual reality (VR) throwing task. This experimental setup enables us to assess participants’ strategies while systematically manipulating movement variance. In practical terms, we can simulate conditions of increased motor variance (i.e., making participants‘ throws less precise) and systematically observe how they adapt their movement strategies.

Funding from the Berne University Research Foundation enabled us to purchase a new head-mounted display, controllers, and base stations for motion tracking, which are in use for our current series of VR experiments (see pictures).

Dr. Stephan Zahno

Institute of Sport Science
Movement Science Department

http://www.ispw.unibe.ch

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Feldaufenthalt im Nordkaukasus

Feldaufenthalt im Nordkaukasus im Rahmen des Forschungsprojekts “Politics of History vs. Communicative Memory. Controversial Practices of Remembering the Stalinist Deportations in the North Caucasus (1985-1994)”

Karte: Der Nordkaukasus (Quelle: Druey et al. 2024)

 
Im Rahmen meines Habilitationsprojekts habe ich im Frühsommer 2024 einen Feldaufenthalt im Nordkaukasus durchgeführt – in «meiner» Region, zu der ich schon seit über zehn Jahren forsche. Dabei interessiere ich mich vor allem für die kritische Aufarbeitung von historischen Erinnerungen an die unter Stalin verübten Verbrechen an verschiedenen lokalen Bevölkerungsgruppen.
Im Rahmen meiner Forschungsreise durch den Nordkaukasus führten meine Reisen in die Republiken Kabardino-Balkarien und Inguschetien. Im Rahmen des Aufenthalts in Nal’chik und diverser Tagesausflüge führte ich Interviews mit lokalen Erinnerungsaktivist*innen und besuchte Denkmäler und andere Erinnerungsstätten, die sich mit den stalinistischen Repressionen befassen. Des Weiteren wurden Kontakte zu lokalen Forschenden geknüpft, die im Anschluss an die Reise beim Sammeln von weiteren Daten in Tschetschenien und Inguschetien behilflich sein konnten. Dies betraf Regionen, zu denen aufgrund der volatilen Sicherheitssituation für mich selber nur beschränkt Zugang bestand.

Verfolgt, weggesperrt, zurückgekehrt – und nie voll rehabilitiert: Die Erinnerung von Nordkaukasier*innen an die stalinistischen Deportationen von 1944-1957
In Bezugnahme auf die Erinnerung an die stalinistische Deportation verschiedener muslimischer Völker aus dem Nordkaukasus nach Zentralasien im Jahr 1944 untersucht mein Forschungsprojekt die mobilisierende Rolle der Geschichte und des historischen Gedächtnisses während der Reformperiode unter Michail Gorbatschow Mitte der 1980er Jahre bis hin zu den politischen Umwälzungen und Unruhen im Nordkaukasus, die 1994 im ersten Tschetschenienkrieg gipfelten. Das Projekt verfolgt insbesondere das Ziel, die Narrative zu identifizieren und zu analysieren, die sich in den oft widersprüchlichen Versionen der Vergangenheit widerspiegeln, wie sie durch die sowjetische Regierung und die deportierten Bevölkerungsgruppen im Nordkaukasus selber geäussert wurden. Weiter analysiert das Projekt den Zusammenhang zwischen traumatischen Erinnerungen und dem Ausbruch bewaffneter Aufstände und Konflikte im Nordkaukasus im Kontext der stalinistischen Deportation.

Museum der Deportation, Nal’chik, Republik Kabardino-Balkarien (Foto: Druey 2024).
Eine meiner Respondent*innen im Museum der Deportation, Nal’chik, Republik Kabardino-Balkarien (Foto: Druey 2024).


Als vorläufiges Ergebnis konnte ich dank der Datenerhebung während meiner von der UniBern Forschungsstiftung unterstützten Forschungsreise und nach einer Phase umfangreicher Sekundärforschung die Hypothese bestätigen, dass im russisch-tschetschenischen (1994–1996) und im inguschetisch-ossetischen Konflikt die Erinnerung an die Deportation und unvereinbare politische Ansprüche eine wichtige Rolle bei der Vertiefung der Trennlinien spielten und so zumindest indirekt zum Ausbruch von Gewalt beitrug. Die Situation in der Republik Kabardino-Balkarien hingegen kann als Fallbeispiel für eine Nicht-Eskalation untersucht werden: Trotz der Deportation der Balkar*innen und der anschliessenden Übernahme bedeutender Gebiete und politischer Funktionen durch den kabardischen Teil der Bevölkerung, eskalierte der Konflikt zwischen den beiden ethnischen Gruppen nach der Rückkehr der Balkar*innen aus dem Exil nicht, und es wurde eine Vereinbarung über friedliche Koexistenz getroffen, die auch als „agonistischer Frieden” bezeichnet werden kann (Shinko 2008).

Dr. Cécile Druey
Historisches Institut/ Osteuropastudien

«1944-1957 – Ewiges Gedenken denjenigen, die nie zurückgekehrt sind»: Der Deportation gewidmetes Denkmal in Magas, Republik Inguschetien (Foto: Druey 2024).
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Archäologische Ausgrabungen in Himera

Archäologische Ausgrabungen in Himera, Sizilien

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Abb. 1 Karte Siziliens mit Lage der griechischen Koloniegründungen (rot) und der phönizisch-karthagischen Städte (gelb) sowie der Kontaktzonen zwischen HIMERA und ihren Nachbarn (mittels 'Radiowellen' dargestellt) – (© E. Mango, IAW, Uni Bern)


Ein grosses Forschungsprojekt meiner Abteilung ist in Himera auf Sizilien angesiedelt. Himera ist eine Koloniestadt, die 648 v. Chr. von Griechen in einheimisch-sikanischem Gebiet, an geostrategischer Lage am Scharnier zum karthagisch-phönizischen Raum, unweit der Städte Solunt und Palermo, gegründet wurde (Abb. 1).

Das übergeordnete Ziel des Himera-Projektes ist es, Rolle und Funktion dieser Koloniestadt innerhalb des Netzwerkes griechischer Kolonien (rote Punkte) und karthagischer Städte (gelbe Punkte) auf Sizilien zu definieren.      

Archäologisch wird dies auf der Makroebene über die Struktur der Stadt und ihre urbanistischen Räumen angegangen. Durch unsere Forschungen, die seit 2012 im Gange sind, wurde ein neuer urbanistischer Raum von Himera entdeckt – das Hochplateau des Piano del Tamburino (Abb. 2).  Auf diesem brachten wir bisher Teile einer regelmässigen Insula-Blockbebauung und zwei Heiligtümer zum Vorschein (Abb. 3).

Abb. 2 Himera, Ansicht der antiken Stadt von der Meerseite. Im Vordergrund die Unterstadt, im Hintergrund links die Oberstadt (Piano di Imera), rechts das Hochplateau des Piano del Tamburino (Forschungsort der Universität Bern) (© E. Mango, IAW, Uni Bern)
Abb. 3 Himera, Stadtplan mit Positionierung der beiden neu gefundenen Heiligtümern (gelb). Rot: ausgegrabene Teile der Stadtmauer in der Unter- und Oberstadt, hypothethischer Stadtmauerverlauf auf dem Piano del Tamburino (© S. Vassallo 2010, 18 Abb. 2, Nachbearbeitung E. Mango)

 

Durch die UniBern Forschungsstiftung wird das Teilprojekt »Intra- oder extraurban? Zwei neu entdeckte Heiligtümer in Sizilien (Himera)« unterstützt, das sich den Fragen widmet: War der Piano del Tamburino von einer Stadtmauer umgeben, lag er also inner- oder ausserhalb der Mauern? Wie verhält sich die Nutzung dieses Plateaus zeitlich und funktional zur sog. Unter- und Oberstadt? Die Stadtmauerfrage wird seit 150 Jahren in der Forschung debattiert. Diese zu beantworten hat urbanistisch und historisch betrachtet für das Verständnis der Koloniestadt eine sehr hohe Relevanz.

Dank den 2019 gesprochenen Projektmitteln von CHF 5‘000.– konnte mit Hilfe von Traktor und Bagger eine gezielte, 10 Meter lange Sondage und ein weiterer Sondierschnitt angelegt werden, die An- und Rückreise von fünf Berner Studierenden sowie ein kleiner Beitrag an die Unterkunftskosten von insgesamt 14 Studierenden, Doktorierenden, PostDoktorierenden und Dozierenden der Universität Bern während der sechswöchigen Kampagne gedeckt werden.

Die Ausgrabungen brachten in etwa der Mitte des Hochplateaus einen sehr interessanten, aufgrund des bisher nur sehr kleinen Ausschnittes und des teilweise schlechten Erhaltungszustandes nicht eindeutig zu interpretierenden archäologischen Befund zum Vorschein, der weitere Untersuchungen benötigt. Dabei könnte es sich um eine Hangstützmauer entlang einer Geländekante handeln. Welche Funktion könnte diese gehabt haben? Handelte es sich um eine Terrassierungsmauer oder um eine Stadtmauer?

Prof. Dr. Elena Mango
Institut für Archäologische Wissenschaften
Abteilung Archäologie des Mittelmeerraumes

www.iaw.unibe.ch

 

Abb. 4: Himera, Piano del Tamburino Aushubarbeiten durch den Traktor; Studierende und Doktorierende an der Arbeit auf der Ausgrabung, bei der Fundbearbeitung, Restaurierung und Photographie  – die Ausbildung junger Wissenschaftler*innen ist ein wichtiger Aspekt des Forschungsprojekts (© IAW, Uni Bern)